Die WHO verstärkt ihre Reaktion auf die drohende Gesundheitskrise am Großen Horn von Afrika, da die Ernährungsunsicherheit zunimmt

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Die WHO verstärkt ihre Reaktion auf die drohende Gesundheitskrise am Großen Horn von Afrika, da die Ernährungsunsicherheit zunimmt

Die WHO intensiviert ihre Operationen in Ostafrika, da die Region mit akuter Ernährungsunsicherheit konfrontiert ist, die durch Konflikte, extreme Wetterereignisse – einschließlich der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren – verursacht durch den Klimawandel, steigende internationale Lebensmittel- und Kraftstoffpreise und die Auswirkungen der Pandemie verursacht wird.

Mehr als 80 Millionen Menschen in der Region Ostafrika sind von Ernährungsunsicherheit bedroht und greifen zu verzweifelten Maßnahmen, um sich und ihre Familien zu ernähren. Akute Mangelernährung ist hoch, besonders bei Kindern.

Mit zunehmender Unterernährung steigt der Gesundheitsbedarf in der Region, insbesondere bei Kindern, und sauberes Wasser wird knapp. Wenn Menschen auf der Suche nach Nahrung ihr Zuhause verlassen, haben sie keinen Zugang mehr zu Gesundheitsdiensten und werden anfälliger für Krankheitsausbrüche.

„Die Kosten der Untätigkeit sind hoch“, sagte Dr. Ibrahima Socé Fall, Beigeordnete Generaldirektorin der WHO für Notfallmaßnahmen. „Während die klare Priorität darin besteht, Menschen vor dem Verhungern zu bewahren, müssen wir gleichzeitig unsere Gesundheitsmaßnahmen stärken, um Krankheiten vorzubeugen und Leben zu retten. Selbst ein Leben, das durch impfpräventable Krankheiten, Durchfall oder medizinische Komplikationen aufgrund von Unterernährung verloren geht, ist in der heutigen Welt ein Leben zu viel.

Dr. Fall sprach in Nairobi, wo die WHO ein zweitägiges Treffen einberief [26-27 June 2022] ihre Reaktion in den sieben vom Gesundheitsnotstand betroffenen Ländern – Dschibuti, Äthiopien, Kenia, Somalia, Südsudan, Sudan und Uganda – zu planen und sich mit anderen UN-Organisationen und Partnern abzustimmen.

Die Notfallmaßnahmen der WHO sollen sicherstellen, dass betroffene Bevölkerungsgruppen Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten haben, kranke Kinder mit schwerer Unterernährung behandeln und Ausbrüche von Infektionskrankheiten verhindern, erkennen und darauf reagieren.

Die WHO richtet ein Zentrum in Nairobi ein, von wo aus sie die Maßnahmen koordinieren und die Lieferung lebenswichtiger medizinischer Hilfsgüter dorthin organisieren wird, wo sie am dringendsten benötigt werden. Diese Lieferungen umfassen Medikamente, Impfstoffe und die Medikamente und Materialien, die zur Behandlung schwer unterernährter Kinder benötigt werden. Neben der Bereitstellung dieser Grundversorgung arbeitet die WHO mit den Gesundheitsministerien in den betroffenen Ländern zusammen, um starke Krankheitsüberwachungssysteme einzurichten, damit Ausbrüche schnell erkannt und darauf reagiert werden kann.


Hinweis an die Redaktion

  • Vier aufeinanderfolgende Regenzeiten haben die Region im Stich gelassen, ein klimatisches Ereignis, das seit mindestens 40 Jahren nicht mehr gesehen wurde. Neuesten Prognosen zufolge besteht nun konkret die Gefahr, dass auch die nächste Regenzeit ausbleibt (Quelle: WMO).
  • Mehr als 80 Millionen Menschen in der Region Ostafrika sind von Ernährungsunsicherheit betroffen (Quelle: WFP), wo sie zu verzweifelten Maßnahmen greifen müssen, um sich und ihre Familien zu ernähren.
  • Besonders dringend ist die Situation in den von der Dürre betroffenen Gebieten Äthiopiens, Kenias und Somalias, wo aufgrund von Nahrungsmangel rund 7 Millionen Kinder unterernährt sind, von denen mehr als 1,7 Millionen schwer unterernährt sind (Quelle:
    UNICEF). Schwere akute Mangelernährung ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der dringend behandelt werden muss.
  • Verschiedene Länder sind unterschiedlich betroffen. In Uganda beispielsweise konzentriert sich das Problem auf die nordöstliche Region, während im Südsudan mehr als 60 % der Bevölkerung von einer Hungerkrise betroffen sind.
  • Alle sieben Länder (Dschibuti, Äthiopien, Kenia, Somalia, Südsudan, Sudan und Uganda) sind mit Ausbrüchen von Masern und Cholera konfrontiert.
  • Alle sieben Länder sind malariaendemisch. Kinder sind überproportional von Malaria betroffen, wobei 80 % der Malaria-Todesfälle in der afrikanischen Region unter den Kindern unter 5 Jahren liegen.
  • Vier Länder – Somalia, Südsudan, Sudan und Uganda – sind mit Epidemien von Meningokokken-Meningitis konfrontiert, einer schweren und lebensbedrohlichen bakteriellen Infektion.
  • Diese Region hat jahrelange Konflikte und Vertreibungen erlebt. 4,2 Millionen Menschen in der Region sind Flüchtlinge und 11,1 Millionen Menschen sind Binnenvertriebene (Quelle: UNHCR).